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geographischer und geschichtlicher Überblick

 

Geographie und Wirtschaft
Geschichte: 

 

Benin, früher das Königreich Dahomey, ist ein kleines Land in Westafrika. Es ist in etwa so groß, wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen und liegt zwischen Togo im Westen und Nigeria im Osten. Im Norden grenzt es an Burkina Faso und den Staat Niger

Benin ist ein tropisches Land, im Küstengebiet herrscht äquatoriales Klima mit zwei Regenzeiten. Im Norden dominiert tropisches Klima mit nur einer Regenzeit von Mai bis Oktober. Die durchschnittliche Temperatur beträgt zwischen 24° und 32° C.

Das Wirtschaftswachstum Benins liegt in den letzten 3-4 Jahren mehr oder weniger beständig bei ca. 5%, dennoch gehört es nach wie vor zu den 20 ärmsten Ländern der Welt.

Die Landeswährung ist der Franc CFA.

Der Anbau liefert für den Eigenbedarf Maniok, Jamswurzeln, Hirse, Mais, Hülsenfrüchte und Süßkartoffeln. Die Nutzung der Ölpalme deckt die Fettversorgung der Bevölkerung und erbringt wichtige Palmprodukte für den Export.
Weitere Ausfuhrerzeugnisse sind Erdnüsse, Baumwolle, Kaffee sowie Tabak, außerdem Eisen und Stahl. Die meisten Industriebetriebe verarbeiten landwirtschaftliche Produkte, besonders der Ölpalme. Das Handwerk ist noch stark vertreten und wird neben der Landwirtschaft betrieben. Seit 1984 werden im Küstenbereich Erdöllagerstätten gefördert.

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Das Königreich Dahomey entstand im 17.Jahrhundert im afrikanischen Binnenland. Die starke zentrale Macht der Könige stützte sich vor allem auf die Armee.
Um 1720 dehnte sich das Reich bis zur Küste aus. Die Grundlage seines großen Reichtums bildete der Sklavenhandel mit europäischen Ländern (gegen Munition und Waffen).
1852 setzten sich Franzosen in Porto-Novo fest und eroberten bis 1894 trotz heftigen Widerstands das Land.
1911 wurde der letzte König abgesetzt
1904-58 als Kolonie (Dahomey) Französisch-Westafrika zugehörig
Seit 1958 als Republik der Französischen Gemeinschaft zugehörig
1960 erlangte Benin die Unabhängigkeit und bis 1971 führten verschiedene Regierungen die junge Demokratie.
1972 Staatsstreich. Nach einer Periode der Zivilregierung kam 1972 wieder eine Militärjunta an die Macht.
1975 Gründung der Revolutionären Volkspartei von Benin mit marxistisch-leninistischen Zielen. 1975 wurde die Republik Dahomey zur Volksrepublik Benin erklärt und die Einheitspartei "Parti de la Révolution Populaire du Benin" (PRPB) gegründet. Das Regime des Präsidenten Kérékou verfolgte einen gemäßigten sozialistischen Kurs.
1977 neue Verfassung
1990 Abkehr vom Marxismus; Außerkraftsetzung der Verfassung. Per Referendum wurde ein Präsidialsystem eingeführt. Die Volksrepublik wurde zur Republik. Die Präsidentschaftswahlen 1991 gewann N. Soglo. Die Präsidentschaftswahlen 1996 gewann erneut Kérékou.

Seit 1990 hat Benin eine demokratisch gewählte Regierung, ein Parlament (mit 83 Mitgl., Wahl alle 4 J. - Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 5 J. - Wahlrecht ab 18 J.) mit Rechnungshof, Verfassungsgericht und einem Obersten Gericht . Meinungs- und Pressefreiheit gehören inzwischen zum Alltag des ersten afrikanischen Rechtsstaates. Benin gilt heute als das politisch stabilste Land Afrikas.

Die Hauptstadt heißt Porto Novo, die größte und wirtschaftlich wichtigste Stadt, und auch der Regierungssitz ist Cotonou. Das Land setzt sich nach der Dezentralisierung 1999 aus 12 Provinzen, 517 und 2367 Dörfer zusammen.

In Benin leben 55 Volksstämme mit 55 unterschiedlichen Sprachen seit Menschengedenken friedlich miteinander.
Die Bevölkerung konzentriert sich im Süden des Landes; rund die Hälfte lebt in Städten. Zu über 30% sind die Fon vertreten, gefolgt von den Joruba. Im Norden wohnen Bariba, Fulbe u. a. Stämme.
Die Landes- bzw. Staatssprache ist Französisch, die vorherrschende Sprache in ländlichen Gebieten ist natürlich die Stammessprache der jeweiligen Ethnie.
Die jeweilige Religion des Landes ist uneinheitlich: ca 15% der Menschen sind Christen, 15% der Menschen gehören dem islamischen Glauben an (vor allem im Norden des Landes); der überwiegende Rest des kulturellen und Glaubenslebens wird von Animismus geprägt, dem Glauben an Götter und Ahnen. Dem zu Folge ist die Bedeutung der traditionellen Priester und Heiler sehr groß.
Sehr lebendig und noch nicht völlig der Geschichte angehörend ist das traditionelle Königtum Benin. Einige Könige und deren Familien, wie z.B. aus der großen, historischen Königsstadt Abomey, sind immer noch von großem ideellen Einfluß in Benin.

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